Kaiserslautern (llp) – Sonntagabende haben in Kaiserslautern bekanntlich ihren ganz eigenen Charme. Die einen spazieren am Betzenberg entlang, die anderen fläzen sich mit dem Feierabend-Bierchen auf dem Balkon. Und dann gibt es offenbar noch eine dritte Fraktion: jene, die den feinen Unterschied zwischen Gehweg und Fahrbahn schlicht nicht mehr erkennen kann. Willkommen auf der Pariser Straße, Sonntagabend, 14. Juni 2026.
Es war kein großer Unfall, kein dramatischer Krimi – und doch ein Einsatz, der die Beamten der Kaiserslauterer Polizei in ihrer Sonntagnacht-Routine kurz innehalten ließ. Denn da torkelte er: ein 47-jähriger Mann, entschlossen, die Fahrbahn der Pariser Straße als seine persönliche Promenade zu nutzen. Der Gehweg? Offenbar zu weit entfernt. Oder schlicht nicht mehr auffindbar.
Eine Polizeistreife, die den Mann schwankend im fließenden Verkehr beobachtete, stoppte ihn – zum Glück für ihn und alle anderen Verkehrsteilnehmer. Was dann folgte, war ein Atemalkoholtest, dessen Ergebnis selbst hartgesottene Streifenbeamte kurz staunen ließ: 3,61 Promille. Nicht 1,61. Nicht 2,61. Drei Komma einundsechzig. Um das in Relation zu setzen: Ab 3,0 Promille spricht die Medizin offiziell von einer schweren Alkoholvergiftung. Unser Protagonist der Pariser Straße hatte diese Marke locker überschritten und war dabei noch auf den Beinen – hut ab, irgendwie.
Die Beamten reagierten professionell und ohne große Diskussion: Der Mann wurde zum Schutz seiner eigenen Gesundheit und der Sicherheit des Straßenverkehrs in Gewahrsam genommen. Ohne Zwischenfälle, wie betont wird. Er verbrachte die Nacht in einer Polizeizelle – ein Bett, keine Fahrbahn, kein Gegenverkehr. Insgesamt keine schlechte Lösung für alle Beteiligten.
Ermittlungen wegen einer Straftat wurden übrigens nicht eingeleitet – zu Fuß mit Alkohol unterwegs zu sein ist in Deutschland (noch) keine Straftat, solange man kein Fahrzeug führt. Der Mann hat also, bei aller Schieflage, zumindest das Richtige getan: Er ist nicht gefahren. Dass er dabei dennoch auf der Fahrbahn gelandet ist, war dann halt der Restfehler des Abends.
K-Town hat wahrlich schon turbulentere Sonntagabende erlebt. Aber dieser hier hatte seinen ganz eigenen, schwankenden Rhythmus.
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