Siegelbach (llp) – In einer für westpfälzische Verhältnisse revolutionären Entscheidung hat der Stadtrat grünes Licht für eine Solaranlage am Ortsrand von Siegelbach erteilt. Erstmals in der Geschichte der Region soll damit ein Infrastrukturprojekt ohne vorherige dreijährige Bürgerdiskussion über Sichtschutzhecken realisiert werden.
Die Wasser Versorgung Energie GmbH (WVE) plant auf einer 4,5 Hektar großen Fläche am südwestlichen Rand des Industriegebiets Nord eine Photovoltaikanlage. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigte, sei das Projekt bei den Anwohnern auf „überraschend wenig Widerstand“ gestoßen. „Normalerweise haben wir mindestens 47 Einwendungen, wenn jemand auch nur einen neuen Gartenzaun plant“, so der sichtlich verwirrte Beamte.
Interne Dokumente, die unserer Redaktion exklusiv vorliegen, zeigen: Die Bürger von Siegelbach haben sich offenbar an das Konzept der erneuerbaren Energien gewöhnt. „Das liegt vermutlich daran, dass die meisten noch nie eine funktionierende Straßenbeleuchtung erlebt haben und daher solar-affin sind“, mutmaßt ein Experte für westpfälzische Mentalitätsforschung.
Die Bauarbeiten sollen noch vor Jahresende beginnen – ein Novum in der regionalen Projektplanung. „Wir haben bereits alle 847 erforderlichen Genehmigungen beisammen und sogar schon einen Bauarbeiter gefunden, der nicht gleichzeitig an fünf anderen Baustellen beschäftigt ist“, erklärt ein WVE-Sprecher stolz. Die Anlage soll bereits im Sommer 2027 in Betrieb gehen, womit sie das erste Großprojekt der Silicon Pfalz wäre, das tatsächlich im ursprünglich geplanten Jahrzehnt fertiggestellt wird.
Kritiker aus dem Rathaus werfen der WVE vor, mit der reibungslosen Abwicklung die bewährten Traditionen westpfälzischer Bauplanung zu untergraben. „Wo bleiben denn die Komplikationen mit dem Bodengutachten? Und warum wurde noch keine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Auswirkungen des Sonnenlichts auf einheimische Regenwürmer beantragt?“, fragt ein langjähriger Stadtratsmitarbeiter besorgt.
Die positive Resonanz der Siegelbacher Bürger überrascht Verwaltungsexperten. „Normalerweise hätten wir spätestens jetzt eine Bürgerinitiative ‚Rettet unsere Äcker vor der Moderne‘ erwartet“, so ein Soziologe der TU Kaiserslautern. Stattdessen zeigten sich die Anwohner „bemerkenswert aufgeschlossen“ gegenüber der Idee, ihren Strom künftig aus der eigenen Gemarkung zu beziehen.
Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte, dass bereits erste Überlegungen für weitere innovative Projekte laufen: „Wir denken über eine digitale Parkuhr nach, die tatsächlich funktioniert. Aber das ist noch Zukunftsmusik.“
Die örtliche Gastronomie bereitet sich unterdessen auf einen Ansturm von Solaranlagen-Touristen vor. „Wir haben schon mal prophylaktisch zehn zusätzliche Dubbegläser bestellt“, erklärt ein Gastwirt. „Falls wirklich Leute kommen, um sich Solarpanels anzuschauen.“
Politikwissenschaftler der Region zeigen sich beunruhigt über das Ausbleiben der üblichen Protestkultur. „Eine Bürgerbeteiligung ohne mindestens drei lautstarke Diskussionen über Landschaftsschutz entspricht nicht dem westpfälzischen Demokratieverständnis“, warnt ein Experte für kommunale Entscheidungsprozesse.
Die Verwaltung hat bereits angekündigt, das Siegelbacher Modell auf andere Projekte zu übertragen. „Vielleicht schaffen wir es ja sogar, den Kreisel am Opel-Zoo vor 2035 fertigzustellen“, zeigt sich Bürgermeister Klaus Weichel optimistisch.
Tatsache: Die Wasser Versorgung Energie GmbH plant tatsächlich eine Solaranlage auf 4,5 Hektar am südwestlichen Rand des Industriegebiets Nord in Siegelbach. Der Stadtrat hat das Projekt unterstützt, und die Anwohner stehen dem Vorhaben überwiegend positiv gegenüber. Der Baustart ist für Ende 2024 geplant, die Inbetriebnahme für Sommer 2027.
Satirisch übertrieben: Die Darstellung des Projekts als ungewöhnlich reibungslos und die Verwunderung über fehlende Bürgerproteste sind humoristische Überspitzungen typischer Planungsprozesse in der Region.
Wo genau wird die Solaranlage in Siegelbach errichtet?
Die Photovoltaikanlage wird auf einer 4,5 Hektar großen Fläche am südwestlichen Rand des Industriegebiets Nord in Siegelbach gebaut.
Wer ist für das Projekt verantwortlich?
Die Wasser Versorgung Energie GmbH (WVE) entwickelt und betreibt die geplante Solaranlage.
Wann soll die Anlage in Betrieb gehen?
Der Baustart ist für Ende 2024 geplant, mit einer geplanten Inbetriebnahme im Sommer 2027.
Wie reagieren die Anwohner auf das Projekt?
Die lokalen Bewohner stehen der Solaranlage überwiegend positiv gegenüber, obwohl es noch einige Bedenken gibt.
Hat der Stadtrat das Projekt genehmigt?
Ja, der Stadtrat unterstützt das Solaranlagenprojekt in Siegelbach.
DIE RHEINPFALZ: Grünes Licht für Solaranlage am Siegelbacher Ortsrand