Kaiserslautern (llp) – Es gibt Institutionen, die man kennt, ohne je drin gewesen zu sein: den Vatikan, den Bundesnachrichtendienst und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern. Letzteres ist seit Jahrzehnten in der Lage, Muster in Datenbergen zu erkennen, Maschinen das Lesen beizubringen und auf Anfrage die Zukunft der menschlichen Zivilisation zu skizzieren. Was ihm bislang nicht gelungen ist: den nächsten Totalausfall der S-Bahn-Linie nach Landstuhl korrekt vorherzusagen. LauternLife sprach exklusiv mit Prof. Andreas Dengel, Leiter des DFKI Kaiserslautern, über globale KI-Strategien, lokale Funklöcher und die Frage, ob die Stadtverwaltung irgendwann aufhört, Formulare per Fax zu empfangen.
Prof. Dengel empfängt im Gebäude des DFKI, das sich auf dem Campus der RPTU Kaiserslautern-Landau befindet – einem Ort, an dem laut internen Quellen täglich mehr Algorithmen trainiert werden als Studierende die Mensa betreten. Auf dem Schreibtisch: zwei Monitore, ein Dubbeglas mit Wasser und ein Stapel Forschungsberichte, die, nach eigener Auskunft des Professors, „von einer unserer Systeme bereits zusammengefasst wurden, bevor ich sie gelesen habe“.
„Wir arbeiten seit über drei Jahrzehnten daran, Maschinen beizubringen, wie Menschen zu denken“, erklärt Dengel mit der Ruhe eines Mannes, der den Begriff „Paradigmenwechsel“ schon ausgesprochen hat, bevor das Silicon Valley wusste, wie man ihn buchstabiert. „Der nächste Schritt ist, dass Maschinen besser denken als Menschen. In Kaiserslautern sind wir dabei auf einem sehr guten Weg.“
Auf die Frage, ob die KI des DFKI auch in der Lage sei, den Fahrtausfall der S-Bahn zwischen Kaiserslautern Hauptbahnhof und Landstuhl an Dienstagnachmittagen zu prognostizieren, entsteht eine kurze, aber messbare Pause. „Das“, sagt Dengel schließlich, „wäre in der Tat ein Anwendungsfall mit gesellschaftlichem Mehrwert.“
Kaiserslautern trägt den Beinamen „Silicon Woods“ – ein Verweis auf die Dichte an KI- und Technologieinstitutionen, die sich zwischen Pfälzerwald, PRE-Park und RPTU-Campus angesiedelt haben. Neben dem DFKI operiert hier das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE), das sich laut eigenem Leitbild der „Qualitätssicherung von Software-intensiven Systemen“ widmet, was Eingeweihte als diplomatische Umschreibung für „wir reparieren, was andere verbockt haben“ interpretieren.
Die Konzentration hochrangiger Forschungseinrichtungen auf engstem Raum gilt bundesweit als einzigartig. Dass dieselbe Region außerhalb des Universitätsgeländes stellenweise noch mit LTE-Empfang der Kategorie „schwankend“ kämpft, bezeichnen Experten als „strukturelle Ironie“, die keiner weiteren Kommentierung bedarf.
„Wir haben die Infrastruktur für das Denken der Zukunft“, bestätigt ein Sprecher der Stadtverwaltung auf Anfrage. „Die Infrastruktur für das Pendeln der Gegenwart ist ein eigenständiges Ressort.“
Besonders aufschlussreich ist Dengels Einschätzung zur digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung. Das DFKI berät nach eigenen Angaben Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene bei der Einführung intelligenter Systeme. Die Stadtverwaltung Kaiserslautern gehört, laut exklusiv vorliegenden Quellen aus dem Innenstadtbereich, bislang nicht zum aktiven Beratungsportfolio.
„Es gibt Systeme, die lernen sehr schnell. Und es gibt Systeme, die lernen in ihrem eigenen Tempo“, sagt Dengel und blickt dabei aus dem Fenster in Richtung Innenstadt. „Beide haben ihre Berechtigung.“ Auf Nachfrage, welche Kategorie er der Kaiserslauterer Stadtverwaltung zuordnen würde, bittet er darum, die Frage „für eine spätere Veröffentlichung zurückzustellen“.
Intern kursiert im DFKI dem Vernehmen nach ein Forschungsprojekt mit dem Arbeitstitel „Behördliches Entscheidungsverhalten unter Bedingungen maximaler Formularvielfalt“. Ob dieses Projekt reale Grundlagen hat, wollte ein Sprecher des DFKI auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.
Was Dengel und das DFKI seit Jahrzehnten leisten, ist in der öffentlichen Wahrnehmung außerhalb der Fachcommunity chronisch unterschätzt. Das Institut hat maßgeblich zur Entwicklung von Technologien beigetragen, die heute in autonomen Fahrzeugen, medizinischen Diagnosesystemen und industriellen Prozessen weltweit eingesetzt werden – entwickelt zwischen Pfälzerwald, Humbergturm und dem nächsten Schlagloch auf der Umgehungsstraße.
„Wir brauchen kein Silicon Valley“, sagt Dengel beim Abschluss des Gesprächs. „Wir haben den Pfälzerwald, die RPTU, das Fraunhofer IESE und drei Jahrzehnte Vorsprung. Was wir noch brauchen, ist ein stabiles Netz auf dem Weg zur Waschmühle.“
Die Forderung wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags von keiner zuständigen Behörde kommentiert. Eine automatisierte Eingangsbestätigung per Fax liegt der Redaktion vor.
Lauter Wahrheiten. Meistens.
Der wahre Kern: Prof. Andreas Dengel ist tatsächlich einer der renommiertesten KI-Forscher Deutschlands und seit Jahrzehnten am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern tätig. Das DFKI gehört international zu den führenden Einrichtungen seiner Art und ist eng mit der RPTU Kaiserslautern-Landau verzahnt. Kaiserslautern wird aufgrund seiner Forschungsdichte – DFKI, Fraunhofer IESE und weitere Institute – tatsächlich als „Silicon Woods“ bezeichnet. Das Fraunhofer IESE ist ebenfalls in Kaiserslautern ansässig und auf Software-Qualitätssicherung spezialisiert.
Die Satire-Einordnung: Sämtliche Zitate, die in diesem Beitrag Prof. Andreas Dengel, der Stadtverwaltung oder anderen Personen zugeschrieben werden, sind frei erfunden und dienen ausschließlich satirischen Zwecken. Das fiktive DFKI-Forschungsprojekt über „Behördliches Entscheidungsverhalten“ existiert nicht. Die S-Bahn fährt – meistens. Das Funkloch zwischen Einsiedlerhof und Innenstadt hingegen ist, nach Einschätzung der Redaktion, real. Ein Interview hat die LauternLife Redaktion nie geführt. Mit niemanden! Haben wir gar nicht das Personal für!
Satire darf alles, außer langweilen. Für echte KI-Forschung: dfki.de. Für Humor ausschließlich: LauternLife. (lal)