Kaiserslautern (llp) – Wer dachte, der Sommer in der Westpfalz wäre für entspannte Ausfahrten zu IKEA und Co. gedacht, hat offenbar nicht mit dem Referat Tiefbau der Stadtverwaltung Kaiserslautern gerechnet. Ab Montag, dem 20. Juli, wird die Von-Miller-Straße zwischen der IKEA-Lieferzufahrt und dem Parkplatz am Opel-Werk für rund zweieinhalb Wochen zur Sperrzone erklärt. Der Asphalt ruft. Und er ruft laut.
Wer die Von-Miller-Straße kennt, weiß: Man konnte auf ihr beizeiten das Fahren lernen, ohne Fahrschule – allein das Ausweichen der Schlaglöcher sorgte für ausreichend Übung hinter dem Steuer. Nun nimmt das Referat Tiefbau die Sache in die Hand: Die vorhandene Deckschicht wird abgefräst, ein frischer Asphaltbelag aufgebracht und, als wäre das nicht schon Luxus genug, werden bereichsweise auch die Asphaltbinderschicht erneuert sowie die vorhandenen Schachtabdeckungen ausgetauscht. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Die Vollsperrung betrifft den Abschnitt zwischen der Lieferzufahrt von IKEA bis zum Ende des Parkplatzes bei Opel Portal 1. Immerhin: Portal 1 des Opelwerks soll laut Ankündigung der Stadtverwaltung stets aus mindestens einer Richtung erreichbar bleiben. Was eine beruhigende Nachricht für all jene ist, die täglich dort zur Arbeit erscheinen und sich jetzt vermutlich schon mal mentales Frühsport-Stretching für die unvermeidlichen Schleichweg-Pirouetten im Gewerbegebiet verordnen.
Die Stadt bittet die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer freundlich, auf die vor Ort ausgeschilderte Umleitungsstrecke zu achten. „Vor Ort ausgeschildert“ – ein Satz, der bei geübten Lauterern jenen vertrauten Reflex auslöst, der zwischen sportlichem Optimismus und resigniertem Seufzen liegt. Wer die Schilder kennt, kennt das Spiel: Irgendwo endet die Umleitungspfeilkette an einer Einbahnstraße oder, klassisch pfälzisch, vor einem frisch aufgestellten „Kein Durchfahrt“-Schild, das genauso frisch wirkt wie der Asphalt, den man gerade verlegen wollte.
Fairerweise sei gesagt: Das Gewerbegebiet rund um den Betzenberg-Rücken, IKEA und das Opel-Werk gehört zu den am stärksten befahrenen Ecken der Stadt. Eine Sanierung ist nicht nur fällig, sondern schlicht notwendig. Wer auf der Von-Miller-Straße schon einmal einen voll beladenen Einkaufswagen über den Parkplatz geschoben oder morgens im Berufsverkehr Richtung Opel-Portal die Zähne zusammengebissen hat, wird die neue Deckschicht mit einem stillen Nicken quittieren – vielleicht sogar mit einem leisen „Alla gut“.
Bis dahin gilt: Augen auf, Schilder folgen, Geduld einpacken. Die Westpfalz baut. Wie immer, wenn man gerade irgendwo hinwollte.