Es gibt Menschen, die starten den Mittwochmorgen mit einem Espresso. Es gibt Menschen, die starten ihn mit einem Glas Wasser und einem leichten Dehnen. Und dann gibt es offenbar noch eine dritte Kategorie: Menschen, die mit einem Atemalkoholwert von 3,4 Promille in einen Lkw steigen und sich auf die Straßen von K-Town begeben. Letztere Kategorie sorgte am Mittwoch, den 22. Juli 2026, für einen Einsatz, der selbst abgebrühten Blaulicht-Veteranen kurz den Atem verschlug.
Gegen Mittwochmorgen verwandelte ein 58-jähriger Lkw-Fahrer in Kaiserslautern einen gewöhnlichen Wochentag in ein handfestes Polizeiereignis. Der Mann, offensichtlich der Überzeugung, dass Fahrphysik, Lenkrad und allgemeine Vernunft optionale Features seines Fahrzeuges seien, steuerte seinen tonnenschweren Laster direkt in ein Wohnhaus. Nicht ein bisschen. Nicht ein kleines Streifer. Rein. In ein Haus. Mit Anlauf.
Der Atemtest der Polizei lieferte dann die Erklärung für dieses bemerkenswerte Navigationsversagen: 3,4 Promille. Zum Vergleich – ab 1,6 Promille spricht die Medizin von schwerer Alkoholvergiftung. Bei 3,4 Promille fragt die Medizin eigentlich, wie jemand noch aufrecht stehen kann, geschweige denn einen Lkw bewegt. Die Westpfalz hat wieder geliefert.
Das Wohnhaus bekam die volle Breitseite zu spüren: Auch eine angrenzende Mauer wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Gesamtschaden, den die Polizei mit mindestens 60.000 Euro beziffert, dürfte dem Eigentümer des Hauses den Mittwoch ebenfalls gehörig verhagelt haben – wobei „verhagelt“ hier natürlich die deftigere, lastergestützte Variante meint.
Der Unfallbereich musste zeitweise gesperrt werden, während die Einsatzkräfte das Offensichtliche abarbeiteten: Einsturzgefahr prüfen, Lage sichern, Kopf schütteln. Das Haus wurde begutachtet und für nicht unmittelbar einsturzgefährdet befunden – ein kleiner Lichtblick in diesem ansonsten trüben Westpfalz-Mittwoch. Der Fahrer selbst blieb körperlich unverletzt. Sein Führerschein dürfte das allerdings weniger unbeschadet überstanden haben.
Die Polizei Kaiserslautern ermittelt. Was sie dabei herausfinden wird, liegt auf der Hand – oder genauer gesagt: im Atemtest.
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