Jeder kennt das: Kaum hat man sich an eine Umleitung gewöhnt, kommt schon die nächste. Wer dachte, die Baustelle auf der L 401 zwischen Kaiserslautern und Enkenbach-Alsenborn wäre bald Geschichte, der hat die Rechnung ohne den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kaiserslautern gemacht. Ab Montag, 12. Oktober, wandert die Vollsperrung ein Stück weiter – rein in den dritten von insgesamt vier Bauabschnitten.
Laut dem LBM Kaiserslautern wurden die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt im Tagesverlauf des 9. Oktobers abgeschlossen. Stabil wie ein frisch gezapftes Dubbeglas steht jetzt der Fahrplan für den nächsten Abschnitt: Die Vollsperrung verlagert sich auf den Bereich zwischen dem Fröhnerhof und der Zufahrt zur ZAK. Die gute Nachricht für alle, die zur Zentralen Abfallwirtschaft Kaiserslautern müssen: Die ZAK bleibt aus Richtung Kaiserslautern weiterhin erreichbar.
Damit nimmt die Generalüberholung der L 401 ihren geplanten Lauf. Seit August wird abschnittsweise gearbeitet, in vier Bauabschnitten, die der Reihe nach abgearbeitet werden:
Macht zusammen 16 Kalenderwochen Bauzeit, verteilt auf rund vier Wochen pro Abschnitt – eine Punktlandung, die man sich bei mancher Rathaus-Baustelle auch wünschen würde. Inhaltlich geht es um mehr als Kosmetik: Ein Teil des Fahrbahnbelags wird abgefräst und durch eine neue, 12 Zentimeter starke Asphaltschicht ersetzt. Gleichzeitig werden sämtliche Schutzplanken und Verkehrsschilder entlang des Baufelds grundhaft erneuert. Wer schon mal auf einer löchrigen Landstraße durchgeschüttelt wurde wie ein Dubbeglas beim Kegelabend, der weiß, dass das kein Luxusprojekt ist, sondern längst überfällig.
Aus Gründen der Verkehrs- und Arbeitssicherheit lässt sich die Maßnahme nur mit Vollsperrung umsetzen, so der LBM. Die ausgeschilderte Umleitung bleibt dabei unverändert: Von Kaiserslautern kommend geht es über die L 395 ab der Eselsfürth weiter nach Enkenbach-Alsenborn, von dort über die L 382 durch Mehlingen zurück auf die L 401 – und in Gegenrichtung genauso. Die Erreichbarkeit der ansässigen Betriebe soll laut LBM dabei stets aus einer Fahrtrichtung gewährleistet bleiben.
Finanziell ist das Ganze kein Pappenstiel: Die Gesamtmaßnahme, die auch Arbeiten an der L 395 bei der Eselsfürth einschließt, schlägt mit rund 2,2 Millionen Euro zu Buche. Wer das für teuer hält, darf sich gerne in die Riege der Preistreiber-Wache einreihen – wobei bei Landesstraßensanierungen traditionell wenig Verhandlungsspielraum besteht.
Dass Vollsperrungen nicht nur eine Frage von Baulogistik sind, sondern handfesten Ärger auslösen können, zeigt der Blick nach Baalborn. Wie die Rheinpfalz berichtet, war der Mehlinger Ortsteil für rund 14 Tage quasi komplett abgeschnitten, als die Baustelle den Abschnitt zwischen Mehlingen und dem Baalborner Kreuz erreichte. Der Baalborner Nikolaus Wildberger äußerte laut dem Bericht Unmut darüber und stellte die Frage, warum nicht stärker nach Alternativen im Sinne der Bürger gesucht werde. Nach Angaben der Rheinpfalz sind die Zufahrten zu Baalborn inzwischen wieder offen, während der LBM nun am dritten Bauabschnitt Richtung Sembach arbeitet.
Das zeigt: Eine Baustelle, die auf dem Papier sauber in vier Abschnitte und 16 Wochen eingeteilt ist, fühlt sich vor Ort ganz anders an, wenn man selbst in der betroffenen Zufahrt wohnt. Wer schon mal versucht hat, mit dem Vollsperrungs-Schild vor der Nase zum Bäcker zu kommen, weiß: Theorie und Alltag liegen manchmal so weit auseinander wie Kaiserslautern und der nächste freie Parkplatz in der Fußgängerzone.
Quellen: Pressemitteilung des Landesbetriebs Mobilität Kaiserslautern sowie Berichterstattung der Rheinpfalz.
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