Jeder kennt das: Die Herbstferien stehen vor der Tür, und während die einen schon die Wanderschuhe für den Pfälzerwald schnüren, sitzen Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern zuhause und grübeln über die immer gleiche Frage: Was mach ich eigentlich nach der Schule? Die Antwort darauf muss nicht in sündhaft teuren Beratungsgesprächen oder dubiosen Online-Tests liegen, die am Ende doch nur „irgendwas mit Medien“ ausspucken. Manchmal reicht ein Abstecher in die Augustastraße 6 – dorthin, wo die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens ihr Berufsinformationszentrum betreibt.
Und genau dort hat sich in den Herbstferien einiges getan. Die Agentur hat ein Ferienprogramm aufgelegt, das sich an Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen richtet. Kernstück: eine Mini-Messe zum Thema „Berufseinstieg im öffentlichen Dienst“, ergänzt durch drei Experten-Vorträge, die jeweils mittwochs stattfinden.
Die Mini-Messe selbst fand bereits am Mittwoch, den 14. Oktober 2026, von 10 bis 14 Uhr statt – und zwar mit einem Aufgebot, das sich sehen lassen konnte. Personalverantwortliche und Nachwuchskräfte aus gleich mehreren Institutionen standen den Besuchern Rede und Antwort: die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens selbst, die Bundespolizei, die Bundeswehr, das Finanzamt Kaiserslautern, das Hauptzollamt Saarbrücken, die Justizvollzugsanstalt Zweibrücken sowie das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie man vom Schulabschluss zum Zollbeamten, zur Justizvollzugsbeamtin oder in die Bundeswehr kommt, hatte hier die passenden Ansprechpartner direkt vor Ort versammelt – ganz ohne stundenlanges Googeln oder das Durchforsten von Behörden-Webseiten.
Begleitet wurde die Messe von drei Vorträgen, die jeweils mittwochs im BiZ angeboten wurden – einmal am 7. Oktober, einmal am 14. Oktober, jeweils zu denselben drei Themen, nur in unterschiedlicher Reihenfolge:
Das Schöne daran: Wer die Vorträge an einem der beiden Mittwoche verpasst hat, konnte sie am jeweils anderen Termin nachholen – quasi die Pfälzer Variante von „kein Stress, geht auch später“.
An den restlichen Tagen der Herbstferien bleibt das Berufsinformationszentrum alles andere als verwaist. Schülerinnen und Schüler können sich dort eigenständig mit den vorhandenen Medien über ihren Berufswunsch und eine mögliche Ausbildung informieren. Die Mitarbeitenden des BiZ stehen dabei für Fragen zur Verfügung und unterstützen bei Bedarf – ganz ohne Termindruck oder das Gefühl, eine Behörde „stören“ zu müssen.
Und das Beste: Eine Anmeldung zur Mini-Messe oder zu den Vorträgen war nicht erforderlich. Wer Fragen zum Programm hat oder zukünftige Angebote im Blick behalten möchte, erreicht die Mitarbeitenden des BiZ telefonisch unter 0631 3641 220 oder per E-Mail an Kaiserslautern-Pirmasens.BIZ@arbeitsagentur.de.
Dass die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens gerade jetzt verstärkt auf Berufsorientierung und Qualifizierung setzt, passt ins Bild einer Region, die sich sichtbar in Bewegung setzt. Erst kürzlich haben die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens und die ZukunftsRegion Westpfalz e.V. eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit in einer Weiterbildungsagentur Westpfalz unterzeichnet. Ziel ist es, die Weiterbildungsbedarfe in der Region gemeinsam zu ermitteln und die Angebote verschiedener Partner besser zu bündeln – mit einem klaren Fokus auf digitale Kompetenzen und die Sicherung von Fachkräften.
Ein zentrales Element dabei ist der neu geschaffene Weiterbildungsbeirat, in dem neben der Arbeitsagentur und der ZukunftsRegion auch der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Handwerkskammer der Pfalz, die Hochschule Kaiserslautern, die Industrie- und Handelskammer für die Pfalz, das Institut für Technologie und Arbeit e. V. sowie die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau vertreten sind. Dr. Hans-Günther Clev, Geschäftsführer der ZukunftsRegion Westpfalz, betonte, dass sich der Arbeitsmarkt durch digitale und technologische Transformation sowie den demografischen Wandel immer schneller verändere – weshalb Weiterbildung und lebenslanges Lernen an Bedeutung gewinnen. Peter Weißler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, ergänzte, dass die Vernetzung der verschiedenen Institutionen entscheidend sei, um gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Für den Optimisten unter uns ist das genau die Art von Nachricht, die gut tut: Statt nur über Fachkräftemangel zu jammern, packen hier mehrere Institutionen gemeinsam an – von der Schulbank bis zum Berufseinstieg, von der Ausbildung bis zur Weiterbildung im laufenden Berufsleben. Das ist kein Stillstand, das ist Bewegung mit System.
Quellen: Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens und Amtsblatt der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.
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