Kaiserslautern (llp) – Während die Königstraße am Montagabend langsam zur Ruhe kam, die Rollläden runtergingen und die ersten Dubbegläser daheim gefüllt wurden, hatte offenbar jemand anderes noch Diensttermine im Kalender stehen. Unbekannte nutzten das Zeitfenster zwischen 17.30 Uhr und dem frühen Dienstagmorgen um 6.40 Uhr für einen äußerst unangenehmen Betriebsbesuch – ganz ohne Termin, ohne Visitenkarte und definitiv ohne Einladung.
Die Ermittlungen der Kripo Kaiserslautern zeichnen ein Bild, das man getrost als „gründlich unverschämt“ bezeichnen darf. Wer auch immer sich hier Zutritt zu dem Firmengebäude verschafft hat, ließ sich offenbar Zeit. Büroräume wurden durchsucht, Schubladen aufgezogen, Schränke geöffnet – fast so, als würde man eine Steuerprüfung simulieren, nur eben mit krimineller Energie statt Finanzamtsstempel.
Am Ende der nächtlichen Inventur fehlten Bankkarten, Autoschlüssel und mehrere Mobiltelefone. Kein Kleinkram also, sondern genau die Dinge, die einem am Morgen danach den Tag ruinieren können – ganz besonders, wenn man erstmal rausfinden muss, welche Karte gesperrt werden muss und wo eigentlich der Ersatzschlüssel fürs Auto liegt. Die Polizei beziffert den Sachschaden auf mehrere tausend Euro, was zeigt: Hier wurde nicht aus Jux und Langeweile gehandelt, sondern mit klarer Linie – zumindest aus Sicht der Täter.
Für das betroffene Unternehmen in der Königstraße bedeutet das nun vor allem eins: Aufräumen, Schlösser checken, Karten sperren lassen – und hoffen, dass die Ermittler der Kripo bald handfeste Spuren finden. Die Polizei Kaiserslautern führt die Ermittlungen wegen Einbruchdiebstahls und ist dabei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer in besagter Nacht etwas Ungewöhnliches rund um die Königstraße bemerkt hat – verdächtige Personen, ein Fahrzeug, das länger als nötig in der Gegend stand, oder einfach ein ungutes Bauchgefühl beim Vorbeigehen – der sollte sich bei der Kripo unter der Telefonnummer 0631 369-13312 melden.
Und auch wenn ein Einbruch in ein Firmengebäude erstmal nach einer Nummer zu groß für die eigene Nachbarschaft klingt: Genau solche aufmerksamen Beobachtungen aus der Umgebung sind es oft, die am Ende den entscheidenden Unterschied machen. Ein zusätzlicher Blick, ein gemeldetes Kennzeichen, ein Hinweis zur Unzeit – das sind die Bausteine, aus denen Ermittlungserfolge gebaut werden.
Ob nachts in der Firma oder tagsüber auf dem Parkplatz – solche Meldungen erinnern daran, dass Wachsamkeit in Kaiserslautern kein Klischee, sondern gelebte Nachbarschaftshilfe ist. Bis die Kripo neue Erkenntnisse hat, bleibt nur zu hoffen, dass die gestohlenen Handys und Karten schnell gesperrt sind – und die Täter bald selbst unangenehmen Besuch bekommen. Von der Polizei, versteht sich.