Stellen wir uns einen Moment vor, Kaiserslautern wäre ein ruhiges Sonnensystem, in dem sich alle Himmelskörper brav an ihre vorgegebene Umlaufbahn halten. Dann war das, was sich in der Nacht auf den Straßen der Stadt abspielte, so etwas wie ein entfesselter Komet, der die Gesetze der Physik für belanglose Vorschläge hielt. Ein 18 Jahre alter Fahranfänger raste mit seiner 16-jährigen Begleiterin im Auto durch Kaiserslautern – und das nicht etwa gemütlich, sondern mit Tempo 120.
Wie der Stern berichtet, konnte eine Zivilstreife der Polizei den jungen Mann erst nach mehreren Geschwindigkeitsmessungen stoppen. Mehrfach seien während der nächtlichen Fahrt mehr als 120 Stundenkilometer gemessen worden – mitten im Stadtgebiet, wohlgemerkt, nicht auf einer einsamen Landstraße. Um dieses Tempo auch in engen Kurven und bei entsprechendem Verkehrsaufkommen zu halten, nutzte der Fahrer laut Polizeibericht mehrfach die Gegenfahrbahn. Eine Fahrweise, die man eher aus Videospielen kennt als aus dem echten Straßenverkehr.
Damit nicht genug: Der 18-Jährige soll auch mehrfach rechts überholt und Verkehrsinseln auf der jeweils falschen Seite umfahren haben. Wie der Stern weiter schreibt, konnte das Fahrzeug erst „bei geeigneter Gelegenheit“ angehalten werden – was angesichts der geschilderten Fahrweise fast schon nach einer kleinen Verfolgungsjagd klingt, bei der die Zivilstreife dem jugendlichen Kometen auf den Fersen blieb, bis sich endlich eine Lücke im Verkehr auftat.
Besonders bemerkenswert: Uneinsichtigkeit gehörte offenbar mit zur Fahrausstattung. Laut Polizeibericht bezeichnete der junge Mann sein riskantes Verhalten im Nachhinein als „in Ordnung“. Eine Einschätzung, die die Beamten vor Ort offensichtlich nicht teilten. Die Konsequenzen ließen entsprechend nicht lange auf sich warten: Die Fahrerlaubnis wurde sichergestellt, ein Strafverfahren gegen den 18-Jährigen eingeleitet. Zusätzlich soll nun auch seine grundsätzliche Fahreignung überprüft werden – sprich: ob der junge Mann überhaupt wieder hinters Steuer darf.
Die Episode reiht sich ein in eine ganze Serie ungewöhnlicher Verkehrsmeldungen aus Kaiserslautern. Erst im Februar hatte die Polizei, wie der Stern in Erinnerung ruft, ein Fahrrad gestoppt, das mit 125 km/h unterwegs war. Offenbar hat die Stadt ein Faible für Geschwindigkeitsrekorde – nur leider nicht auf der Rennstrecke, sondern mitten im Alltagsverkehr.
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