Manche Abkürzungen sind einfach zu verlockend. Die Rothe Hohl, eine asphaltierte Forststraße zwischen Dansenberg und Kaiserslautern, gilt als die kürzeste Verbindung ins Stadtzentrum – und genau das macht sie seit Jahren zum Zankapfel. Wer dort durchfahren will, braucht eigentlich eine gültige Plakette. Eigentlich. Denn offenbar hält sich nicht jeder daran, und das bringt die Dansenberger seit geraumer Zeit auf die Palme.
Jetzt hat der zuständige Revierförster reagiert – und zwar auf ganz analoge Art. Wie die Rheinpfalz berichtet, setzte sich David Czubatinski an einem Montagnachmittag um 14 Uhr mit Block und Bleistift auf eine Bank am Dansenberger Hirtenweg. Keine App, keine Kamera, kein Hightech-Gedöns – einfach ein Mann, ein Stift und ein wachsames Auge auf jeden, der durch den Wald in die Stadt flitzt oder wieder zurück. Old School eben, aber wirkungsvoll.
Was auf den ersten Blick nach einer kleinen, fast gemütlichen Aktion aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Die Rothe Hohl ist eine Forststraße und kein offizieller Schleichweg für Pendler, die sich die zwei Minuten über die Hauptstraße sparen wollen. Laut Rheinpfalz ist die Durchfahrt nur mit einer entsprechenden Plakette erlaubt – alles andere ist schlicht illegal.
Für die Anwohner in Dansenberg dürfte das eine gute Nachricht sein. Wer jahrelang beobachtet, wie am eigenen Stadtteil vorbei munter durch den Wald gebrettert wird, der wünscht sich zu Recht, dass da mal jemand genauer hinschaut. Und genau das passiert jetzt – nicht mit großer Kelle, sondern mit der Ruhe und Hartnäckigkeit, die man auch braucht, wenn man im Garten auf die erste reife Tomate wartet.
Ob die Kontrollen am Ende tatsächlich für mehr Ruhe im Dansenberger Wald sorgen, wird sich zeigen müssen. Aber ein Anfang ist gemacht – und manchmal reicht eben auch einfach eine Bank, ein Bleistift und ein Förster mit Geduld, um ein Problem sichtbar zu machen, das vorher nur stillschweigend ignoriert wurde.