Kaiserslautern (llp) – Während die Roten Teufel in der Sommerpause fleißig Pässe übten, wurde auf dem Betzenberg gehämmert, geschraubt und geleuchtet – denn das Fritz-Walter-Stadion hat die stille Jahreszeit genutzt, um endlich ein paar Baustellen anzugehen, die den geneigten Fan schon länger um den Schlaf gebracht haben. Oder zumindest um den aufrechten Stand auf nassen Treppenstufen.
Wer kennt es nicht: Heimspiel im Oktober, leichter Nieselregen, ein verschüttetes Kaltgetränk auf Stufe sieben – und schon vollführt man eine unfreiwillige Choreografie, für die die Westkurve garantiert keine Bewertungskarten hochhalten würde. Diese Zeiten sollen nun der Vergangenheit angehören. In der Sommerpause wurde ein Teil der Stadiontreppenstufen mit einem rutschfesten Bodenbelag beschichtet. Der Rest soll im kommenden Jahr folgen – denn bekanntlich erledigt man in der Westpfalz nicht alles auf einmal. Das wäre ja auch verdächtig effizient.
Stefan Weiler von der Stadiongesellschaft bringt es auf den Punkt: „Wir müssen keine Sorgen mehr haben, wenn es ein bisschen glatt wird oder wenn es nass wird, dass wir die Treppen runterfallen.“ Für Sicherheitspessimisten sei hinzugefügt: Der zweite Teil der Treppensanierung kommt noch. Man übt sich in bewährter Geduld.
Deutlich dramatischer als die Trittsicherheit war jedoch die Geschichte rund um das neue LED-Flutlicht. Hoch oben unter dem Stadiondach wurden die alten Scheinwerfer durch moderne LED-Strahler ersetzt – und das war keine Frage des Geschmacks oder des Strompreises, sondern eine schiere Notwendigkeit. Bei einem Test der Deutschen Fußball Liga (DFL) stellte sich heraus, dass die bisherige Beleuchtung den aktuellen Anforderungen für den Profibetrieb nicht mehr genügte.
Was das im Klartext bedeutet hätte, sagt Weiler unverblümt: „Das hätte bedeutet, dass mein Pächter, der FCK, die Lizenz nicht bekommt. Und wir hätten keine Flutlichtspiele mehr machen können.“ Man stelle sich kurz vor: Der Betzenberg ohne Flutlichtspiele. Keine Abendatmosphäre, keine lodernde Westkurve im Scheinwerferlicht, keine epischen 90 Minuten unter dem Sternenhimmel der Pfalz. Stattdessen: Absage. Alla, das wäre dann doch zu viel des Leidensweges gewesen. Am Rande stellt sich nur noch die Frage, ob das Stadion mittlerweile in Weilers Privatbesitz übergegangen ist? Seine Pächter werden auf jeden Fall sehr froh darüber sein, weiterhin Profifußball spielen zu können.
Die neuen LED-Strahler sind nun installiert, sorgen für gleichmäßigeres und helleres Licht – und das bei deutlich geringerem Stromverbrauch. Sprich: Der Betzenberg leuchtet künftig heller und günstiger. Eine Kombination, die man sich auch für so manche politische Entscheidung auf Bundesebene wünschen würde.
Die Stadiongesellschaft investiert für all diese Maßnahmen – rutschfeste Stufen, LED-Flutlicht und weitere Sicherheits- sowie Instandhaltungsarbeiten – insgesamt mehr als zwei Millionen Euro. Für die Fans bedeutet das: Beim nächsten Heimspiel wartet ein Stadion, das nicht nur besser aussieht, sondern auch sicherer ist. Und eines, das die DFL-Lizenz für den FCK sichert. Was im Volksmund schlicht bedeutet: Profifußball auf dem Betzenberg bleibt. Ajo, das war die wichtigste Meldung des Sommers.
Wer das erste Flutlichtspiel der neuen Saison unter den neuen LED-Strahlern erleben möchte, darf sich schon mal warm anziehen – im wörtlichen Sinne. Der Herbst kommt. Und diesmal kann man die Treppe hinauf ohne Sturzrisiko.
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