Kaiserslautern (llp) – Es gibt Momente, in denen die Westpfalz kollektiv den Atem anhält. Dann gibt es Momente, in denen sie ihn kollektiv ausatmet – in Form eines langen, schmerzerfüllten Stöhnens. Dominique Heintz hat sich für Düsseldorf entschieden. Für Düsseldorf? Ein Pfälzer. Ablösefrei. Alla gut.
Dominique Heintz, 32 Jahre alt, gebürtig aus der Pfalz, Innenverteidiger mit 220 Bundesliga-Einsätzen im Gepäck, verlässt den 1. FC Köln nach sechs Jahren und zwei Stationen ohne Ablöse. Der Vertrag lief zum 30. Juni aus, die Verlängerung kam nicht. Was folgte, hätte in jedem pfälzischen Heimatfilm das emotionale Finale sein können: Der Sohn der Region kehrt zurück, besteigt den Betzenberg, Westkurve bebt, Abspann. Pustekuchen. Stattdessen: Fortuna Düsseldorf. Dritte Liga. Rheinland. Ein dreijähriger Vertrag, ausgehandelt von Sportdirektor Samir Arabi, und alle wesentlichen Details sollen bereits geklärt sein – der Medizincheck gilt als letzte Formalität.
Zur Einordnung der sportlichen Fallhöhe: Fortuna Düsseldorf ist gerade aus der zweiten Bundesliga abgestiegen. Man holt sich also einen erfahrenen Bundesliga-Verteidiger mit 161 Pflichtspielen allein für Köln, um den Wiederaufbau in Liga drei zu betreiben. Das ist, sportlich betrachtet, eine bemerkenswert ambitionierte Lösung für eine bemerkenswert unangenehme Situation. Für Heintz selbst sollen die positiven Gespräche mit dem Trainerteam, die geografische Nähe zu Köln und der Wunsch nach lokalem Verbleib ausschlaggebend gewesen sein. Der Betze liegt bekanntlich auch regional. Aber offenbar ist man mit Anfang 30 für den FCK zu alt..
Was die Angelegenheit für den geneigten Betze-Fan noch ein kleines bisschen bitterer macht: Heintz ist nicht nur Fußballer. Er hat zuletzt eine Padelhalle eröffnet – an der Weinstraße, nota bene, also im tiefsten pfälzischen Kernland. Wer Padel in der Pfalz spielt, der hat Heimweh. Wer Heimweh hat, der gehört auf den Betzenberg. Diese Logik erscheint dem LauternLife-Redaktionsteam wasserdicht. Der FCK hat offenbar andere Pläne, als eine potentielle Identifikationsfigur zurück zu holen zum Betze. Aber nein. Der Weg führt nach Düsseldorf. Wo man Altbier trinkt statt Pfälzer Wein und der Pfälzerwald gefühlte vier Autobahnen entfernt ist.
Zum Vergleich: Florian Kainz, sein langjähriger Teamkollege in Köln, hat inzwischen seine Karriere beendet. Heintz hingegen will weitermachen – und das mit bemerkenswerter Entschlossenheit, wie sein letztes Jahr in Köln zeigt, in dem er verletzungsbedingt nur neun Einsätze schaffte und trotzdem keinen Gedanken ans Aufhören verschwendete. Diese Hartnäckigkeit, dieser unbeugsame Wille – hätte gut zur Westkurve gepasst. Aber gut.
Am Ende wird Dominique Heintz also für Fortuna Düsseldorf gegen den Ball treten, gemeinsam mit neuen Mitspielern wie Jomaine Consbruch und Jorrit Hendrix, während in Kaiserslautern die Transfergerüchte weiterrauschen und die Fans am Elf-Freunde-Kreisel erklären, was man hätte machen müssen. Die Padelhalle an der Weinstraße steht. Der Betzenberg steht auch. Und irgendwo dazwischen liegt eine Entscheidung, die niemand in der Westpfalz wirklich verstehen wird.
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