Kaiserslautern (llp) – Es gibt Angriffe, die so absurd sind, dass man kurz inne hält und fragt: Wie? Womit? Per Fahrrad? In der Mennonitenstraße? Willkommen in K-Town, wo der Wahnsinn manchmal Sattel und Wasserflasche trägt.
Mittwoch, 26. August, Nachmittag. Die Mennonitenstraße in Kaiserslautern, eine ganz normale Straße an einem ganz normalen Sommertag. Bis ein 43-Jähriger auf seinem Fahrrad auftaucht – und beweist, dass man auch auf zwei Rädern erheblichen Schaden anrichten kann, wenn man es darauf anlegt.
Nach Angaben der Polizeidirektion Kaiserslautern fuhr der Mann an einer 33-jährigen Frau vorbei, die er kannte. Und das war das Problem: Er kannte sie. Denn gegen ihn lag eine polizeiliche Anordnung zum Schutz vor Gewalt vor – klipp und klar, schwarz auf weiß, unterschrieben und amtlich. Die Botschaft: Abstand halten. Seine Interpretation dieser Anordnung: ignorieren, reintreten, Kurs halten.
Im Vorbeifahren spuckte er die Frau mehrfach an. Als wäre das allein nicht genug, griff er zur Plastikflasche und schüttete ihr Wasser über. Drive-by-Style. Ohne Helm, aber mit offenbar vollem Wasserbehälter. Anschließend flüchtete er mit seinem Fahrrad in Richtung Mainzer Straße – und ließ eine durchnässte, bespuckte und verständlicherweise fassungslose Frau zurück.
Die 33-Jährige reagierte genau richtig: Sie rief die Polizei. Gegen den 43-Jährigen laufen nun Ermittlungen wegen Verstoßes gegen die polizeiliche Anordnung sowie wegen des Verdachts der Körperverletzung. Beides keine Kavaliersdelikte. Beides mit potenziell unangenehmen Konsequenzen für den frisch gekürten Westpfalz-Wasserwerfer auf Rädern.
Dem Opfer gilt unser Respekt. Sie hat das Richtige getan – und das mit klarem Kopf, trotz allem. Auf Humor verzichten wir hier bewusst: Was ihr widerfahren ist, verdient keinen Witz. Nur die schiere Absurdität der gewählten Tatwaffe – Plastikflasche plus Spucke, aus dem Sattel heraus – lässt einen kurz sprachlos zurück. Wer so vorgeht, hat das Anliegen Würde schon lange links liegen lassen.
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