Kaiserslautern (llp) – Während andere Städte noch über die korrekte Lochung ihrer Fahrradanträge sinnieren, haben sich am Rathaus bereits 70 unerschrockene Pedalritter versammelt, um das Stadtradeln 2026 einzuläuten. Trotz Wetter, das eher an einen Herbsttag im Pfälzerwald erinnert als an motivierende Radel-Atmosphäre.
Die Szene hätte direkt aus einem Westpfälzer Heimatfilm stammen können: Holger Berthold, ein Mann, dessen Name Vertrauen ausstrahlt wie ein PWV-Wanderführer, erschien standesgemäß mit seinem Sohn. Man kann davon ausgehen, dass beide wissen, wo der Humbergturm steht und wie man auch bei Nieselregen den Weg zur nächsten Hütte findet. Solche Menschen lassen sich von ein bisschen meteorologischer Unfreundlichkeit nicht von ihren Zielen abbringen – schließlich sind sie in der Region groß geworden, in der man auch bei Dauerregen noch behauptet, es sei „nur etwas feucht von oben“.
Das Phänomen Stadtradeln trifft in Kaiserslautern auf eine ganz besondere Spezies Mensch: den gesundheitsbewussten Pfälzer. Diese Gattung ist daran zu erkennen, dass sie ihre Schritte bis zum Rathaus zählt, aber trotzdem auf dem Rückweg beim Bäcker ein Stück Streuselkuchen mitnimmt – für die Energiebilanz, versteht sich. Sie kaufen teure Fahrrad-Computer, um ihre Herzfrequenz beim Radeln zu messen, vergessen aber regelmäßig, das Gerät einzuschalten.
Die wahre Motivation der Teilnehmer liegt vermutlich irgendwo zwischen dem ehrlichen Wunsch, etwas für die Umwelt zu tun, und der stillen Hoffnung, beim nächsten Vereinsfest erzählen zu können, man habe „auch beim Stadtradeln mitgemacht“. In einer Stadt, die zwischen High-Tech-Forschung und traditionellen Pfälzer Werten navigiert, ist das Stadtradeln der perfekte Kompromiss: Man kann sich modern und umweltbewusst fühlen, ohne dabei seine Wurzeln zu verlieren.
Besonders bemerkenswert ist der Gemeinschaftsgeist, der trotz widriger Umstände am Rathaus herrschte. 70 Menschen, die sich bei Schauerwetter versammeln, um gemeinsam in die Pedale zu treten – das ist echter Westpfälzer Durchhaltewille. Oder die stille Übereinkunft, dass man als gesundheitsbewusster Bürger eben auch dann präsent ist, wenn das Wetter nicht mitspielt.
Exklusiv aus der Westpfalz – Lauter Wahrheiten. Meistens!
Der wahre Kern: Tatsächlich fand am Kaiserslauterer Rathaus die Auftaktveranstaltung zum Stadtradeln 2026 statt, bei der rund 70 Teilnehmer trotz ungünstiger Witterung erschienen sind. Unter den Teilnehmern war auch Holger Berthold mit seinem Sohn.
Die Satire-Einordnung: Die humorvollen Charakterisierungen der Teilnehmer als „gesundheitsbewusste Pfälzer“, die überspitzten Motivations-Analysen und die augenzwinkernden Kommentare zum Westpfälzer Wetter sind rein satirisch und frei erfunden. Für echte Informationen zum Stadtradeln ist die Stadtverwaltung zuständig, für den Humor ausschließlich LauternLife. (lal)