Die Innenstadt schläft, die Bäcker fangen gerade erst an zu denken, und irgendwo auf dem Parkplatz an der Zollamtstraße hat ein Mann mittleren Alters offensichtlich beschlossen, dass der Samstagabend noch lange nicht vorbei ist. Spoiler: Er hat sich dabei gründlich verrechnet.
In der Nacht zum Sonntag, dem 21. Juni 2026, machte ein 53-jähriger Mann auf dem Parkplatz in der Zollamtstraße von sich reden – und zwar auf eine Art und Weise, für die sich selbst die härteste Stammtisch-Runde in der Westpfalz schämen würde. Der Mann bedrohte und beleidigte drei junge Frauen im Alter von 19 bis 22 Jahren. Als hätte das nicht gereicht, verlagerte er seinen Frust anschließend auf die dort geparkten Autos: Er schlug gegen sie und spuckte sie an. Was er sich dabei gedacht hat, bleibt sein Geheimnis – vermutlich keins, das die Welt unbedingt lüften muss.
Die alarmierten Einsatzkräfte ließen sich nicht lange bitten. Der Mann wurde noch vor Ort festgenommen. Die drei jungen Frauen blieben körperlich unverletzt – was in dieser Nacht das Wichtigste ist und bleibt. Respekt gilt hier ausschließlich ihnen und den Beamten, die schnell zur Stelle waren.
Wer glaubt, das sei eine Ausnahme-Nacht in K-Town gewesen, der irrt. Die Westpfalz hat in den vergangenen Tagen einiges erlebt: Ein Bagger fing am frühen Morgen des 22. Juni Feuer und beschäftigte die Polizei, ein Tag später brannte es in einem Mehrfamilienhaus in Kaiserslautern – Einsatzkräfte rückten sofort aus. Und bereits am 19. Juni endete ein Streit am Hauptbahnhof für einen 50-jährigen Mann mit einer Glasflasche im Gesicht und einer Verletzung, die ihn ins Krankenhaus brachte. Die Blaulicht-Saison läuft in der Westpfalz offenbar auf Hochtouren.
Doch zurück zur Zollamtstraße: Was bleibt, ist das Bild eines Mannes, der mit Mitte fünfzig scheinbar noch nicht verstanden hat, dass Parkplätze in Kaiserslautern in erster Linie zum Parken da sind – und nicht als Bühne für nächtliche Einzel-Performances. Die Polizei hat die Rolle des dankbaren Publikums konsequent verweigert und stattdessen Handschellen bevorzugt. Gut so.
Den betroffenen Frauen wünschen wir, dass sie die Nacht schnell abhaken und das nächste Mal wieder in Ruhe nach Hause kommen. Ihnen gehört unser voller Respekt – nicht der Geschichte, die ein 53-Jähriger auf einem Parkplatz hinterlassen hat.
Exklusiv aus der Westpfalz – Lauter Wahrheiten. Meistens!