Stellen Sie sich vor, ein ganzer Stadtteil wäre wie ein Kind im Kindergarten, das dem eigenen Trikot noch das Vereinslogo verpasst haben möchte, bevor es sich endgültig als vollwertiges Mitglied der großen Mannschaft de 1.FC Kaiserslautern fühlen darf. Genau in dieser Gemütslage befindet sich derzeit der Einsiedlerhof. Der Ortsbeirat hat sich dafür ausgesprochen, dass der Stadtteil ein eigenes Wappen bekommen soll – ein kleines heraldisches Ausrufezeichen mitten in der Westpfalz.
Den Antrag brachte die SPD-Fraktion im Ortsbeirat ein, begründet wurde er von Moritz Behncke. Er machte dabei kein Geheimnis daraus, dass ein Wappen „nicht das drängendste Problem des Stadtteils“ sei – eine fast schon bemerkenswert ehrliche Einordnung für ein kommunalpolitisches Anliegen. Trotzdem sei das Thema im Jubiläumsjahr immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern an ihn herangetragen worden, wie die Rheinpfalz berichtet. Man könnte sagen: Der Wunsch nach einem eigenen Symbol köchelte lange auf kleiner Flamme, bis er nun offiziell den Weg ins Gremium fand.
Das Besondere an der Sache: Niemand im Rathaus oder Ortsbeirat will sich das Wappen am grünen Tisch selbst ausdenken. Stattdessen sollen sich die Bürgerinnen und Bürger des Einsiedlerhofs bei der Gestaltung einbringen dürfen – eine Art kollektives Reißbrett-Projekt, bei dem die Menschen vor Ort mitbestimmen, welches Bild künftig für ihren Stadtteil stehen soll. Wer sich schon immer gefragt hat, ob sein Lieblingsmotiv aus der Nachbarschaft wappentauglich ist, bekommt hier offenbar seine Chance.
Groß ist die Geschichte damit noch nicht erzählt, denn konkrete Entwürfe, ein Zeitplan oder Details zum Beteiligungsverfahren sind bislang nicht bekannt. Fest steht nach dem Bericht der Rheinpfalz nur: Der politische Wille ist da, die Bürger sollen ran – und der Einsiedlerhof darf hoffen, schon bald mit einem ganz eigenen kleinen Siegel durchs restliche Kaiserslautern zu ziehen.
Der wahre Kern: Der Ortsbeirat des Einsiedlerhofs hat sich dafür ausgesprochen, dass der Stadtteil ein eigenes Wappen erhält. Den entsprechenden Antrag stellte die SPD-Fraktion, begründet wurde er von Moritz Behncke. Er verwies darauf, dass Bürgerinnen und Bürger im Jubiläumsjahr wiederholt auf das Thema angesprochen hätten, räumte aber ein, dass ein Wappen nicht das drängendste Problem des Stadtteils sei. Bei der Gestaltung des Wappens sollen sich die Bürger beteiligen.
Satire-Einordnung: Die Vergleiche mit dem Kindergarten-Trikot und dem kollektiven Reißbrett-Projekt sind satirisch zugespitzt, um die Situation bildhaft zu beschreiben. Die harten Fakten finden Sie in der Quellenangabe.
Satire darf alles, außer langweilen. Für echte Beschwerden über die Straßenreinigungssatzung ist der Service für Bürgerbeschwerden zuständig, für den Humor ausschließlich LauternLife. (lal)
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