Denn genau das ist der Kulturpreis Kaiserslautern in diesem Jahr: ein Schatz, der noch nicht gehoben ist, weil die Stadt ihn bewusst den Bürgerinnen und Bürgern in die Hand gibt. Kein Gremium, keine verschlossene Jury-Kammer entscheidet im Alleingang über den ersten Schritt – sondern jede Einwohnerin und jeder Einwohner Kaiserslauterns darf selbst die Kompassnadel ausrichten und benennen, wer in der heimischen Kunst- und Kulturszene auszeichnungswürdig gewirkt hat.
Wie die Stadtverwaltung Kaiserslautern in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gibt, wird der „Kulturpreis Kaiserslautern“ 2026 bereits zum sechsten Mal vergeben. Bürgermeister und Kulturdezernent Manfred Schulz zeigt sich erfreut über die bevorstehende Preisverleihung und dankt der Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse Kaiserslautern, mit der die Stadt den Preis einst ins Leben gerufen hat. Die Stiftung unterstützt das Referat Kultur dabei finanziell zur Hälfte – ein Tandem, das sich wie zwei Ruderer in einem Boot gegenseitig die Richtung vorgibt.
Bis Ende März können Vorschläge beim städtischen Referat Kultur eingereicht werden. Wer vorschlägt, braucht nicht nur einen Namen, sondern auch eine schriftliche Begründung – quasi den Beipackzettel zum Nominierungsvorschlag, ohne den die Geschichte unvollständig bliebe. Auch Mehrfachnennungen bereits vorgeschlagener Kandidatinnen und Kandidaten sind laut Stadtverwaltung ausdrücklich erlaubt.
Ausgezeichnet werden sollen laut den Ausschreibungsbedingungen „hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Produktion oder Präsentation der Bildenden Künste, der Darstellenden Künste/Theater und Tanz, der Literatur und Musik“. Der Preis kann dabei sowohl an natürliche Personen als auch an juristische Personen, Personengruppen oder Institutionen verliehen werden – vorausgesetzt, diese werden nicht bereits regelmäßig mit öffentlichen Mitteln gefördert. Das erläutert Dr. Christoph Dammann, Ideengeber des Kulturpreises und Leiter des Referats Kultur.
Dotiert ist der Preis mit 3.000 Euro, die je zur Hälfte von der Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse Kaiserslautern und aus dem städtischen Kulturetat stammen. Über die Vergabe entscheidet laut aktueller Mitteilung der Stadt der Kulturausschuss nach Vorschlag einer Jury, der Kulturdezernent Manfred Schulz, Sparkassenvorstand Kai Landes – der zugleich dem Vorstand der Kulturstiftung angehört – sowie Dr. Christoph Dammann angehören. Bei Stimmengleichheit im Kulturausschuss gibt die Stimme des Kulturdezernenten den Ausschlag. Wie ein Schiedsrichter, der bei Elfmeterschießen die letzte Münze wirft.
Eingeführt wurde der Preis einst auf Beschluss des Kulturausschusses im Oktober 2019 – angelehnt an die Praxis vieler kommunaler Gebietskörperschaften, die auf diese Weise besondere Verdienste um die Kultur würdigen. Erste Preisträgerin war Sigrid Wack. Nach Angaben der Stadt Kaiserslautern erhielt im vergangenen Jahr die Künstlerin Erika Klos die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde. Zuvor gingen der Preis unter anderem an den Lautrer Musiker Michael Halberstadt, das Lautrer Untier Wolfgang Marschall, die Künstlerwerkgemeinschaft Kaiserslautern e. V. sowie den Verein für Baukultur und Stadtgestaltung Kaiserslautern e. V.
Wer also der Meinung ist, in der Westpfalz werde zu leise gemalt, gedichtet, getanzt oder musiziert, hat bis zum 31. März 2026 die Chance, das zu ändern – mit einem schriftlichen
Vorschlag samt vollständiger Absenderangabe an das Referat Kultur der Stadtverwaltung Kaiserslautern.
Satire darf alles, außer langweilen. Für echte Beschwerden über die Straßenreinigungssatzung ist der Service für Bürgerbeschwerden zuständig, für den Humor ausschließlich LauternLife. (lal)
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