Stell dir das Pfalztheater einmal als ein großes Aquarium vor, in dem nach Monaten trüber Strömungen endlich wieder klares Wasser durch die Becken fließt. Genau dieses Bild drängt sich auf, wenn man betrachtet, wie künstlerischer Direktor Daniel Böhm die neue Spielzeit 2026/2027 präsentiert hat. Wie der SWR berichtet, war Böhm die Freude bei der Pressekonferenz sichtlich anzumerken, nach Wochen intensiver Planung und, in seinen eigenen Worten, „teilweise großen Diskussionen“.
Das Highlight der kommenden Spielzeit ist laut SWR die deutschsprachige Erstaufführung von „Tod auf dem Nil“, einem Stück des Dramatikers Ken Ludwig nach dem Roman von Agatha Christie. Premiere ist demnach am 6. März 2027 im Großen Haus. Ein belgischer Privatdetektiv ermittelt darin während einer Nilkreuzfahrt im Mordfall einer jungen Frau.
Als Geheimtipp nennt der SWR die satirische Oper „Ich, ich, ich!“ der spanischen Komponistin Raquel Garcia-Tomas, die sich mit dem Egoismus der Gegenwart beschäftigt. Im Zentrum steht die Kulturmanagerin Klothilde, die den Tod ihres Katers nicht verkraftet, während ihr Mann am selben Tag mit einer anderen Frau verschwindet. Sie sucht daraufhin therapeutische Hilfe. Böhm wird vom SWR mit den Worten zitiert, man werde „das Publikum auch sehr gut mit abholen“, da sich wohl jeder ein bisschen wiedererkenne.
Auf der Werkstattbühne kommt laut SWR noch in diesem Jahr das zeitgenössische Schauspiel „Drei Schwestern“ auf die Bühne, verfasst vom Kaiserslauterer Autor Christian Baron, der vor zwei Jahren durch die Verfilmung seines Buches „Ein Mann seiner Klasse“ bekannt wurde. Das sozialkritische Stück handelt von drei Schwestern aus schwierigen Verhältnissen und ihren unterschiedlichen Wegen in ein neues Leben. Die Uraufführung ist für den 3. Dezember angesetzt.
Auch für junges Publikum ist laut SWR einiges geplant: Ab Oktober steht „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch auf der Werkstattbühne, im November folgt „Der Räuber Hotzenplotz“ im Großen Haus, und im Januar 2027 wird das Schauspiel „Das Leben fing im Sommer an“ nach dem Roman von Fußball-Weltmeister Christoph Kramer aufgeführt.
Mit dem neuen Spielplan will Böhm den Fokus wieder auf die künstlerische Arbeit legen. Wie der SWR einordnet, hatten in der Vergangenheit Diskussionen um die künstlerische Leitung des Hauses für Aufsehen gesorgt: Böhms Vorgänger Johannes Beckmann musste den Posten nach Differenzen mit dem Bezirksverband Pfalz, dem Träger des Pfalztheaters, räumen. Seit Sommer 2025 leitet Böhm das Haus, zunächst kommissarisch, inzwischen fest bis zum Ende der Spielzeit 2027/2028.
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