Jeder kennt das: Da liegt das alte Smartphone mit Sprung im Display, drei verheddert Ladekabel ohne zugehöriges Gerät, die tote Fernbedienung und die LED-Lichterkette, die seit zwei Weihnachten nicht mehr blinkt. Alles zu schade zum Wegwerfen, aber auch zu nervig, um sich drum zu kümmern. Ergebnis: Es wandert in die Schublade. Und dort bleibt es liegen, bis irgendwann doch die Mülltonne lockt – was aber, ganz offiziell, verboten ist.
Genau deshalb macht Kaiserslautern jetzt ernst. Vom 5. bis 18. Oktober beteiligt sich die Stadtbildpflege an den bundesweiten Aktionswochen „Jeder Stecker zählt! Deutschland sammelt E-Schrott“. Die Botschaft ist unmissverständlich: Alles, was Strom aus der Steckdose, einen Akku oder eine Solarzelle braucht, gehört nicht in die Restmülltonne.
Das Tückische am E-Schrott ist, dass er sich gerne tarnt. Klar, beim Toaster oder dem alten Router ist jedem sofort klar: Das ist Elektroschrott. Aber wie sieht es mit der singenden Grußkarte aus, die bei Oma zum Geburtstag Musik abspielt? Oder den blinkenden LED-Schuhen der Kinder? Oder dem Rauchmelder an der Decke? Laut Stadtbildpflege zählt auch das alles zum Elektroschrott – und landet trotzdem viel zu oft achtlos in der normalen Tonne, einfach weil die elektrische Funktion nicht sofort ins Auge springt.
Das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf solchen Geräten ist der Hinweis, den viele übersehen. Dabei steckt in jedem dieser Dinger mehr, als man denkt: wertvolle Rohstoffe, die sich zurückgewinnen lassen – aber eben auch Schadstoffe wie Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber, die bei falscher Entsorgung in die Umwelt gelangen können.
Die gute Nachricht: Richtig entsorgen ist in Kaiserslautern so unkompliziert wie ein Dubbeglas Riesling am Feierabend. Man muss nur wissen, wo man hin damit soll.
Wer es noch genauer wissen will, findet auf der Seite der Stadtbildpflege unter www.stadtbildpflege-kl.de ausführliche Trenntipps – und zwar nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Arabisch, Englisch, Polnisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch. Ein Service, der zeigt: Mülltrennung soll in Kaiserslautern niemand aus Sprachgründen verpassen.
Wer ein Gerät noch nicht komplett abschreiben will, dem bietet die Stadtbildpflege zudem einen kostenlosen Tausch- und Verschenkmarkt an. Statt der Mülltonne vielleicht einfach mal schauen, ob das alte Radio nicht noch jemand anderem eine Freude macht – frei nach dem Motto: Wiederverwenden ist besser als wegwerfen.
Exklusiv aus der Westpfalz – Lauter Wahrheiten. Meistens!
1. Was zählt als E-Schrott? Alles mit Stecker, Akku oder Solarzelle – auch unscheinbare Dinge wie Rauchmelder, LED-Schuhe oder singende Grußkarten. Erkennbar am Symbol der durchgestrichenen Mülltonne.
2. Wo kann ich abgeben? Kostenlos auf den Wertstoffhöfen der Stadtbildpflege, per Abholservice für Großgeräte (Tel. 0631 3653521) oder im Elektrofachhandel, Baumarkt und größeren Supermärkten – auch ohne Neukauf.
3. Warum lohnt sich die richtige Entsorgung? Wertvolle Rohstoffe werden zurückgewonnen, gefährliche Schadstoffe wie Blei und Quecksilber bleiben draußen aus der Umwelt.
Quellen: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Kaiserslautern, Angaben der Stadtbildpflege Kaiserslautern.