12. Oktober 2026

Jeder Stecker zählt: Kaiserslautern erklärt dem E-Schrott den Kampf

Lautern (llp) – Wenn die Schublade zur Elektro-Grabkammer wird

Jeder kennt das: Da liegt das alte Smartphone mit Sprung im Display, drei verheddert Ladekabel ohne zugehöriges Gerät, die tote Fernbedienung und die LED-Lichterkette, die seit zwei Weihnachten nicht mehr blinkt. Alles zu schade zum Wegwerfen, aber auch zu nervig, um sich drum zu kümmern. Ergebnis: Es wandert in die Schublade. Und dort bleibt es liegen, bis irgendwann doch die Mülltonne lockt – was aber, ganz offiziell, verboten ist.

Genau deshalb macht Kaiserslautern jetzt ernst. Vom 5. bis 18. Oktober beteiligt sich die Stadtbildpflege an den bundesweiten Aktionswochen „Jeder Stecker zählt! Deutschland sammelt E-Schrott“. Die Botschaft ist unmissverständlich: Alles, was Strom aus der Steckdose, einen Akku oder eine Solarzelle braucht, gehört nicht in die Restmülltonne.

Das Problem: Keiner weiß so genau, was eigentlich zählt

Das Tückische am E-Schrott ist, dass er sich gerne tarnt. Klar, beim Toaster oder dem alten Router ist jedem sofort klar: Das ist Elektroschrott. Aber wie sieht es mit der singenden Grußkarte aus, die bei Oma zum Geburtstag Musik abspielt? Oder den blinkenden LED-Schuhen der Kinder? Oder dem Rauchmelder an der Decke? Laut Stadtbildpflege zählt auch das alles zum Elektroschrott – und landet trotzdem viel zu oft achtlos in der normalen Tonne, einfach weil die elektrische Funktion nicht sofort ins Auge springt.

Das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf solchen Geräten ist der Hinweis, den viele übersehen. Dabei steckt in jedem dieser Dinger mehr, als man denkt: wertvolle Rohstoffe, die sich zurückgewinnen lassen – aber eben auch Schadstoffe wie Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber, die bei falscher Entsorgung in die Umwelt gelangen können.

Die Lösung (Der Pfälzer Weg): So wird aus Schrott kein Problem

Die gute Nachricht: Richtig entsorgen ist in Kaiserslautern so unkompliziert wie ein Dubbeglas Riesling am Feierabend. Man muss nur wissen, wo man hin damit soll.

  • Ab zum Wertstoffhof: Die Stadtbildpflege nimmt Elektroaltgeräte auf ihren Wertstoffhöfen kostenlos an. Wer aktuell zum Wertstoffhof Daennerstraße will, sollte sich vorsehen: Der ist wegen einer Baumaßnahme vom 28. September bis 17. Oktober geschlossen, als Ausweichmöglichkeit dient in dieser Zeit das Umweltmobil auf dem Wertstoffhof Pfaffstraße.
  • Abholservice für die Großen: Wer einen sperrigen Kühlschrank oder eine ausrangierte Waschmaschine loswerden will, muss nicht selbst schleppen. Die Stadtbildpflege holt Elektrogroßgeräte direkt an der Haustür ab. Termine gibt’s telefonisch unter 0631 3653521, per E-Mail an abholservice@stadtbildpflege-kl.de oder ganz bequem über die App der Stadtbildpflege.
  • Handel und Supermarkt als Alternative: Elektrofachmärkte und Baumärkte nehmen kleinere Geräte bis zu einer bestimmten Größe kostenlos zurück – auch ohne dass man dort etwas Neues kaufen muss. Das Gleiche gilt mittlerweile auch für größere Supermärkte und Discounter.
  • Neu bei E-Vapes: Seit dem 1. Juli 2026 müssen auch Verkaufsstellen von Einweg-E-Zigaretten diese kostenlos zurücknehmen – das betrifft übrigens nicht nur den Elektrofachhandel, sondern auch Kioske, Tabakläden und Tankstellen.
  • Reparieren statt wegwerfen: Bevor das Gerät überhaupt zum Schrott wird, lohnt sich oft ein Blick ins Repair-Café des ASZ oder der Gang zum Elektrofachgeschäft im Stadtgebiet. Manchmal braucht’s nur eine neue Sicherung, keinen neuen Fernseher.

Wer es noch genauer wissen will, findet auf der Seite der Stadtbildpflege unter www.stadtbildpflege-kl.de ausführliche Trenntipps – und zwar nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Arabisch, Englisch, Polnisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch. Ein Service, der zeigt: Mülltrennung soll in Kaiserslautern niemand aus Sprachgründen verpassen.

Wiederverwenden statt wegwerfen

Wer ein Gerät noch nicht komplett abschreiben will, dem bietet die Stadtbildpflege zudem einen kostenlosen Tausch- und Verschenkmarkt an. Statt der Mülltonne vielleicht einfach mal schauen, ob das alte Radio nicht noch jemand anderem eine Freude macht – frei nach dem Motto: Wiederverwenden ist besser als wegwerfen.

Quellen

Exklusiv aus der Westpfalz – Lauter Wahrheiten. Meistens!

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Der Kompass-Check: Auf den Punkt gebracht

1. Was zählt als E-Schrott? Alles mit Stecker, Akku oder Solarzelle – auch unscheinbare Dinge wie Rauchmelder, LED-Schuhe oder singende Grußkarten. Erkennbar am Symbol der durchgestrichenen Mülltonne.

2. Wo kann ich abgeben? Kostenlos auf den Wertstoffhöfen der Stadtbildpflege, per Abholservice für Großgeräte (Tel. 0631 3653521) oder im Elektrofachhandel, Baumarkt und größeren Supermärkten – auch ohne Neukauf.

3. Warum lohnt sich die richtige Entsorgung? Wertvolle Rohstoffe werden zurückgewonnen, gefährliche Schadstoffe wie Blei und Quecksilber bleiben draußen aus der Umwelt.

Quellen: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Kaiserslautern, Angaben der Stadtbildpflege Kaiserslautern.

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