Landstuhl (llp) – Nachdem im Dezember 2024 die Großwäscherei Elis im Gewerbegebiet Landstuhl einem Großbrand zum Opfer fiel, liegen LauternLife nun die vertraulichen Prognosen für das nächste Jahrzehnt der Sickingenstadt vor. Zunächst jedoch die amtlich beurkundeten Tatsachen, und die haben es in sich: Am 2. Oktober 2025 wurde im Notariat Stuppi der Kaufvertrag für ein von der Stadt Landstuhl veräußertes Grundstück unterzeichnet, der den Wiederaufbau erst möglich machte. Gut ein Jahr nach dem Feuer folgte dann der nächste Akt – der offizielle Spatenstich.
Landrat Ralf Leßmeister überreichte Geschäftsführer Jörg Scherf die Baugenehmigung samt dem traditionellen „Roten Punkt“, mit dem in der Baubranche der Beginn der Bauarbeiten markiert wird. Damit ist der Weg frei für ein Produktionsgebäude, das es in sich hat: Auf dem rund 25.800 Quadratmeter großen Gelände entsteht bis Anfang 2027 eine Anlage mit knapp 10.000 Quadratmetern Produktionsfläche – fast doppelt so groß wie der abgebrannte Vorgängerbau. Die Investitionssumme liegt bei rund 35 Millionen Euro, inklusive Photovoltaikanlage auf dem Dach.
Vorausgegangen war ein Behörden-Marathon, der sich gewaschen hat: Laut der Verbandsgemeinde Landstuhl musste zunächst ein bestehender Pachtvertrag aufgelöst und in Abstimmung mit der Kommunalaufsicht eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zurückgebaut werden, bevor der Grundstücksverkauf überhaupt möglich wurde. Beteiligt waren die Finanzabteilung unter Christopher Bretscher, die Bauabteilung unter Thomas Becker sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit Philipp Pongratz.
Die Zahlen, die die Stadt Landstuhl zum Grundstücksdeal veröffentlicht hat, lesen sich wie eine Wunschliste jedes Wirtschaftsförderers im Landkreis: 400 bestehende Arbeitsplätze bleiben erhalten, 35 neue Vollzeitstellen sollen entstehen, die Betriebsfläche wächst auf 25.700 Quadratmeter, und die Produktionskapazität soll um 30 Prozent steigen. Stadtbürgermeister Mattia De Fazio bezeichnete den Wiederaufbau als Signal, dass Landstuhl „Industriestandort mit Zukunft“ bleibe.
Der Sprecher des Referats für Bauverlaufs-Prognosen – ein Insider aus der Lokalpolitik, der anonym bleiben möchte – gibt sich vorsichtig optimistisch: Wenn ein Rathaus, eine Verbandsgemeinde, eine Kreisverwaltung und eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft tatsächlich innerhalb von zwölf Monaten von Notarunterschrift zu Spatenstich kommen, dann sei das für westpfälzische Verhältnisse beinahe ein Tempo-Rekord. Zum Vergleich: Manche Kreisverkehre in der Region brauchten für vergleichbare Etappen schon mal länger.
Geschäftsführer Jörg Scherf wird in der Ausgabe des Amtsblatts der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach mit der Ankündigung zitiert, in Landstuhl entstehe „die modernste Wäscherei Europas“. Ob Hamburg, München oder Rotterdam diesem Anspruch widersprechen, ist nicht überliefert. Fest steht: Mit der doppelten Produktionsfläche und der Photovoltaikanlage auf dem Dach positioniert sich das neue Gebäude als Vorzeigeprojekt für den Industriestandort im Landkreis Kaiserslautern.
Bereits jetzt sind laut Verbandsgemeinde Landstuhl die Abrissarbeiten am alten Produktionsgebäude so gut wie abgeschlossen. Die kommenden Monate bis zur geplanten Fertigstellung Anfang 2027 dürften zeigen, ob der Zeitplan – inklusive Winterbau im Gewerbegebiet – tatsächlich hält. Für die rund 400 Beschäftigten, von denen laut Stadt Landstuhl viele seit dem Brand auf eine Rückkehr an den angestammten Arbeitsplatz warten, ist der Spatenstich jedenfalls mehr als ein symbolischer Akt.
Der Lehrstuhl für angewandte Baustellen-Psychologie an der RPTU dürfte das Projekt in den kommenden Semestern als Fallstudie heranziehen: Eine Baustelle, die innerhalb der angekündigten Frist fertig wird, wäre im Landkreis schließlich eine Randnotiz wert, über die man noch Jahre später spricht.
Die Fakten-Box: Was an dieser Meldung aus der Westpfalz wirklich wahr ist
Der wahre Kern: Nach dem Großbrand im Dezember 2024 wurde am 2. Oktober 2025 der Kaufvertrag für das Grundstück im Notariat Stuppi beurkundet. Rund ein Jahr nach dem Brand erfolgte der offizielle Spatenstich, bei dem Landrat Ralf Leßmeister Geschäftsführer Jörg Scherf die Baugenehmigung mit dem „Roten Punkt“ übergab. Geplant ist ein rund 10.000 Quadratmeter großes Produktionsgebäude mit Photovoltaikanlage, Fertigstellung bis Anfang 2027, Investitionsvolumen rund 35 Millionen Euro. Die Angaben zu erhaltenen und neuen Arbeitsplätzen sowie zur Flächen- und Kapazitätssteigerung stammen von der Stadt beziehungsweise Verbandsgemeinde Landstuhl.
Die Satire-Einordnung: Die Einordnung als „Behörden-Marathon“, der Vergleich mit Kreisverkehr-Bauzeiten sowie die Aussagen des „Sprechers des Referats für Bauverlaufs-Prognosen“ und des „Lehrstuhls für angewandte Baustellen-Psychologie“ sind frei erfunden und rein satirisch. Alle Zahlen, Zitate von Jörg Scherf und Mattia De Fazio sowie Termine entstammen den offiziellen Mitteilungen der Verbandsgemeinde Landstuhl und dem Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach.
Hinweis: Satire darf alles, außer langweilen. Für echte Beschwerden ist der Service für Bürgerbeschwerden zuständig, für den Humor ausschließlich LauternLife. (lal)