Jeder kennt das Bild: Man hat sich in der Wirtschaft jahrelang hochgearbeitet, kennt jeden Kniff im Projektmanagement und jede Tücke im Tagesgeschäft – und irgendwann fragt man sich, ob das schon alles war. Für viele erfahrene Fach- und Führungskräfte ist genau das der Moment, an dem der Hörsaal plötzlich attraktiver aussieht als das nächste Meeting. Die Hochschule Kaiserslautern hat das erkannt und macht mit einer Online-Veranstaltung Appetit auf die zweite Karriere – diesmal mit Kreide statt Kundengespräch, mit Vorlesung statt Vorstandssitzung.
Was viele nicht wissen, und das ist der eigentliche Clou an der Sache: Für eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) braucht es keine Habilitation. Das ist, als würde man erfahren, dass man für den Meistertitel keine Zusatzprüfung mehr braucht, wenn man schon zwanzig Jahre lang zuverlässig die Werkstatt geschmissen hat. Stattdessen zählen laut Hochschule Kaiserslautern drei Dinge:
Um genau diesen Weg transparent zu machen, lädt die Hochschule Kaiserslautern am 29. Oktober 2026 von 13 bis 14 Uhr zur Online-Veranstaltung „Zurück an die Hochschule – von der Wirtschaft in Wissenschaft und Lehre“ ein. Zwei Lehrende der Hochschule berichten dort von ihrem eigenen Wechsel aus der Wirtschaft in den Hörsaal und geben Einblicke in ihre Arbeit. Teilnehmende können während der gesamten Veranstaltung eigene Fragen stellen – quasi die Gelegenheit, dem künftigen Berufsleben schon mal auf den Zahn zu fühlen, bevor man sich festlegt.
Der demografische Wandel sorgt dafür, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften neu besetzt werden müssen. Für erfahrene Fachkräfte ist das eine Steilvorlage: Wer sein Wissen nicht für sich behalten, sondern an die nächste Generation weitergeben will, hat hier die Chance dazu – und treibt gleichzeitig den Technologietransfer zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft voran. „Wir bieten ihnen ein hervorragendes Umfeld, um eigene Themen in Lehre und Forschung zu realisieren und unsere Hochschule aktiv mitzugestalten“, sagt Kathrin Kilian, Kanzlerin der Hochschule Kaiserslautern.
Veranstaltet wird das Online-Event vom Hochschulprojekt Pro³ HSKL, die Teilnahme ist kostenfrei. Gefördert wird das Ganze in der Förderlinie FH-Personal vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit Rheinland-Pfalz. Wer also mit dem Gedanken spielt, den Schreibtisch gegen das Katheder zu tauschen, bekommt hier staatlich unterfütterte Starthilfe.
Dass der Wechsel von der Wirtschaft in die Wissenschaft gerade für Frauen ein Thema mit eigenem Gewicht ist, zeigt eine weitere Veranstaltung in Kaiserslautern: Unter dem Titel „Lauter Professorinnen – Frauen machen Hochschulkarriere“ widmet sich ein städtisches Veranstaltungsformat genau dieser Fragestellung, wie der Veranstaltungskalender der Stadt Kaiserslautern verzeichnet. Das Format reiht sich damit in die Bemühungen ein, den Weg in die Professur – egal ob über die klassische wissenschaftliche Laufbahn oder über die Berufspraxis – sichtbarer zu machen und mehr Frauen für eine Karriere an der Hochschule zu gewinnen.
Quellen: Hochschule Kaiserslautern, Veranstaltungskalender der Stadt Kaiserslautern.
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